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Infos zu den Ketten

Allgemeines

Framo-LinearChains bestehen aus speziell geformten, hochpräzisen mechanischen Gliedern, deren Eigenschaft es ist, hohe Lasten sowohl durch Zug als auch durch Druck bewegen zu können.
Die Glieder greifen dank ihres besonderen Profils fortlaufend ineinander über. Die Glieder lassen sich in einer Richtung aufwickeln, in der anderen bilden sie eine starre Einheit, die eine Last sowohl durch Zug- als auch durch Schubkraft spielarm und mit hoher Positioniergenauigkeit befördern kann. Die Kettenglieder können auf engstem Raum gespeichert werden. Für die Überbrückung großer Transportwege wird nur sehr wenig Platz benötigt.
Die Framo-LinearChain ist eine interessante Alternative zu herkömmlichen Systemen wie Zahnstangen, Winden, Hydraulik- und Pneumatikzylinder usw. Sie bietet oft die einzig mögliche Lösung in Fällen, in denen aufgrund von Platzmangel andere Lösungen scheitern.
Framo-LinearChains ermöglichen die Übertragung von Schub- oder Zugkräften von einigen Kilogramm bis zu mehreren Tonnen, wobei auch große Hublängen bewältigt werden. Hierzu kann die Kette auch in Profilführungen gegen Knicken gesichert werden. Es ist auch möglich, mehrere Ketten parallel zu koppeln, wenn Schubkraft und Schublänge dies erfordern.

Antrieb der Ketten

Der Antrieb erfolgt über ein Spezial-Gehäuse mit integrierten Kettenrädern, an welches ein Getriebemotor angeflanscht wird (u.a. Framo COMPACTA Aufsteckgetriebemotor).
Um zu vermeiden, daß sich die Kette infolge der Knicklast während der Hubbewegung durchdrückt, wird ein spezielles Kopfglied verwendet. Hierdurch wird der Angriffspunkt gegenüber dem Gelenkbolzen verschoben. Dadurch ergibt sich ein Biegemoment in die Richtung, in welche sich die Glieder nicht bewegen können. Die LinearChains können für wechselnde Schub-/Druckbeanspruchungen in horizontaler oder vertikaler Ebene eingesetzt werden. Nach Möglichkeit sollten Führungsschienen verwendet werden um die Kette zu unterstützen. Eine Führung kann entfallen, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind:

- Die Kette liegt plan auf einer Gleitfläche auf
- Der Förderweg ist innerhalb vorgegebener Längen
- Es tritt keine Radiallast zur Schubachse auf

Kettentypen und ihre Leistungsbereiche

Die Auswahl des Kettentyps hängt vom Verwendungszweck sowie von den Einsatzbedingungen ab.
Hierzu sind folgende Leistungsangaben erforderlich:

- Schubkraft
- Förderweg
- Geschwindigkeit
- Schalthäufigkeit
- Temperatur

Serienmäßig werden Framo-Schubketten mit den Teilungen 25, 40 und 60 mm hergestellt. Unter Teilung versteht man den Abstand der Gelenkbolzen zwischen den einzelnen Kettengliedern.

Werkstoff

Die Framo-LinearChains sind aus Vergütungsstahl gefertigt. Sie können bis zu einer Umgebungstemperatur von 180° C betrieben werden. Kurzzeitig sind auch höhere Temperaturen möglich. Für besondere Einsatzfälle kann die Kette durch Einsatz warmfester Stähle auch für Temperaturen bis 550° C ausgelegt werden.

Anwendungsmöglichkeiten

Framo-LinearChains finden u.a. in folgenden Branchen Anwendung:
Industrieöfen, Blech-Kaltbearbeitung, Gießereien, Walzwerke, Stahlwerke, Maschinenbauindustrie, Automobilindustrie, Lagerung, innerbetriebliche Transporte, chemische Industrie ;

Bestimmungsgemäße Verwendung

Die bestimmungsgemäße Verwendung des Antriebs schließt das Bewegen von Lasten, bei möglicher mittel- oder unmittelbarer Personengefährdung, aus. Eine Personenbeförderung ist ohne vorherige Rücksprache mit dem Hersteller (oder der zuständigen Vertretung) nicht zulässig.
Wir weisen in diesem Zusammenhang auf das “Gesetz zum Schutz von Personen im Bereich beweglicher Teile” hin, gemäß diesem vom Anwender darauf zu achten ist, daß mittels “Schutzvorrichtungen” ein Berühren (Quetschgefahr) während des Betriebes vermieden wird. Ebenfalls dürfen im Zusammenwirken von Antrieben mit schwebenden Lasten Personen nicht gefährdet werden.

Anwendungsbeispiele

Mit der Framo-LinearChain, die auf einer beweglichen Plattform montiert ist, kann z.B. ein Batterieofen für Wärmebehandlung beschickt werden. Die Kette schiebt die Behälter mit den Teilen hinein, oder holt sie heraus. Die Glieder stapeln sich hierbei in der eingefahrenen Position in die Höhe, wodurch der erforderliche Platzbedarf minimal ist (siehe Beispiel 5). Die Kette stützt sich am hinteren Ende selbst ab. Dadurch wird es möglich, vertikal einen einfachen Kettenbehälter ohne Führungen und Umlenkrollen zu verwenden.

Beispiele für Kettenumlenkung und Speicherung

 

Berechnungsgrundlagen

 
  Typ 25 Typ 40 Typ 60
Teilung der Kette p [mm] 25 40 60
Hub der Kette pro Wellenumdrehung [mm] 200 240 360
Antriebsdrehzahlen n [min-1] bei vorgegebener Hubgeschwindigkeit v [mm/s]
n = v x 60

8 x p
n = v x 60

6 x p
n = v x 60

6 x p

Erforderliches Drehmoment Mt [Nm] an der Antriebswelle bei Hubkraft F [N]

Mt = F x d    Teilung 25 mm; d = 65,3

Teilung 40 mm; d = 80
2 x x 1000 Teilung 60 mm; d = 120

( = ca. 0,8 ohne Speicherung )
( = ca. 0,65 mit Speicherung )

Erforderliche Leistung P [kW] an der Antriebswelle bei Drehmoment Mt [Nm]

P = Mt x n

9550

Kraftwirkung

Die Krafteinwirkung über die beiden Bohrungen ergibt eine Resultierende, die radial zu den Gelenkbolzen wirkt. Dadurch wird die Kette zur starren Seite hin zusätzlich belastet.
Die Kette versteift sich, ein Knicken wird verhindert (siehe Bild).
Aus diesem Grund ist es unzulässig die Last nur an einer Bohrung zu befestigen.

Hubkräfte in Abhängigkeit von Hublängen

Wichtig:
Die Angaben in den Diagrammen beziehen sich auf horizontale Anwendunggsfälle, bei denen die Schubkette auf einer Fläche aufliegt. Bei Bedarf außerhalb der genannten Parameter oder horizontalen Anwendungsfällen, bitten wir um Kontaktaufnahme mit dem Werk, wenn sie die Schubkraft, Start- u. Stopkräfte für Ihren Bedarf abstimmen.

Geschwindigkeit : 150 mm/s
Zyklus : 10 Anläufe / h
Temperatur : 200 °C
Nicht ätzende Umgebung

 

Für ungeführte Stahlketten, Last geführt

Leistungsdiagramm
Leistungsdiagramm

Einbautoleranzen

Die Getriebegehäuse sollten gemäß den in den Skizzen angegebenen Ausrichtungstoleranzen befestigt werden. Dadurch wird ein Maximum an Schubkraft und ein Minimum an Verschleiß erreicht. Die Fluchtlinie der mittleren Rolle der Kette gegenüber den Führungs- und Reaktionsplatten sollte beachtet werden.

 

Winkeltoleranzen

Reaktionsplatte / Fürhrungsschiene

Reaktionsplatte / Gleitfläche


Kettenteilung 25 40 60
H 1 +/- 0,1 mm 9 18 24
H 2 +/- 0,1 mm 0 2 3
H 3 +/- 0,1 mm 40,5 49,2 75,2
H 4 +/- 0,1 mm 24,8 30,82 44,7
H 5 +/- 0,1 mm 32,7 40 60

Schmierung und Wartung der Schubkette

Aufgrund der Qualität unserer verwendeten Materialien sowie der robusten Bauweise unserer gesamten Produktpalette besteht eine Wartung unserer LinearChains lediglich darin, sie in regelmäßigen Zeitabständen zu schmieren. Die Abstände, in denen die Ketten geschmiert werden, richten sich nach den Bedingungen, denen sie ausgesetzt sind (beispielsweise die Arbeitsgeschwindigkeit, Temperatur...).
Dabei sollten alle beweglichen Teile auf Verschleißerscheinungen kontrolliert werden.
Verteilen sie das Öl mit einem Pinsel über die gesamte Länge der Kette. Verwendet werden kann jedes herkömmliche mechanische Schmieröl, welches den Belastungen, denen die Kette ausgesetzt ist, standhalten sollte. Wir können ein synthetisches Öl wie beispielsweise Mobilith SHC PM von Mobil oder ein ähnliches Produkt empfehlen.

Berechnung der Kettenlänge und Anzahl der Kettenglieder

 

Berechnung für Ketten ohne spezielles Endglied

90° - Antriebsgehäuse 180° - Antriebsgehäuse
{ C = Nutzhub
Gesamte Kettenlänge L = C + M + (5xP) M = Grundstellung
P = Kettenteilung

Berechnung für Ketten mit speziellem Endglied

90° - Antriebsgehäuse 90° - Antriebsgehäuse
mit 180° - Umlenkung
Gesamte Kettenlänge L = C + M + (10xP) Gesamte Kettenlänge L = C + M + (15xP)

 

Infos zu den Antriebsgehäusen

Allgemeine Beschreibung

Im Antriebsgehäuse erfolgt über ein Spezial-Kettenrad die Führung und die Kraftübertragung auf die Schubkette. Für große Hubkräfte ist eine Doppel-Kette erforderlich, so daß im Antriebsgehäuse das Spezial-Kettenrad in doppelter Ausführung vorhanden ist.
Für jede Kette ist eine Führungsplatte und eine Reaktionsplatte im Gehäuse montiert. Die Führungsplatte verhindert das Abspringen der Kette. Die Reaktionsplatte lenkt die Reaktionskraft der Kette in die vorgesehene Richtung. Zur Drehmomenterzeugung kann auf die Antriebswelle separat ein Antrieb aufgesteckt oder mit einer Kupplung verbunden werden.

Werkstoff und Wartung

Das Antriebsgehäuse ist aus hochfestem Aluminiumguß. Die Gehäuseinnenteile sind wartungsfrei und ohne Schmierung. Die Kugellager benötigen keine Nachschmierung.

Befestigung der Antriebswelle

Jedes Antriebsgehäuse erhält auf beiden Seiten angeschraubte Befestigungs-Winkel. Diese können wahlweise in vier Positionen (jeweils um 90° versetzt) verwendet werden. Die Antriebswelle ist in der Standard-Ausführung so montiert, daß bei Blick auf den Wellenspiegel die Kette nach links heraus geführt wird. Durch Umkehren der Gehäuseteile kann die Kette auch nach rechts heraus geführt werden.
Befestigung der Antriebswelle

Gewicht der Antriebsgehäuse

 
  Teilung 25 Teilung 40 Teilung 60
Gewicht (für einfache Ketten) 3,6 8,8 21,2
Gewicht (für doppelte Ketten) --- --- 30