1. Was ist zulässige Einschaltdauer (ED)?
Antwort: Da Getriebemotoren mit Endabschaltung überwiegend im Kurzzeitbetrieb
Verwendung finden, kann meist auf eine Kühlung verzichtet werden. Deshalb geben wir die
zulässige Laufzeit in % für einen Zeitraum von 10 min. an.
Beispiel: Im Katalog finden Sie die Angabe: 40 % ED. Der Antrieb darf
also innerhalb einer Zeitperiode von 10 Minuten 4 Minuten mit vollem Drehmoment fahren.
Die restliche Zeit ist Stillstand, welche für die Abführung der Wärme benötigt wird.
Die ED-Angaben unterliegen Schwankungen und werden beeinflußt durch: Drehmoment, Anzahl
der Starts, Umgebungstemperatur, etc.
2. Was passiert bei Überschreitung der Einschaltdauer (ED)?
Antwort: Die Elektromotoren (Wechselstrom oder Drehstrom) haben einen in der
Motorwicklung integrierten Temperaturfühler (Bimetall). Bei Überschreitung einer
Wicklungstemperatur von 125°C erfolgt bei korrekter Verdrahtung eine automatische
Abschaltung. Nach einigen Minuten Abkühlungszeit kann der Antrieb erneut gestartet
werden. Gleichstrommotoren haben system-bedingt keinen Temperaturschalter.
3. Was passiert bei Überschreitung des zulässigen
Drehmoments?
Antwort: Im Prinzip nichts, da alle Compacta-Drehantriebe mit einer
Leistungsreserve ausgestattet sind. Allerdings wird sich der Antrieb schneller erwärmen.
Auch der Verschleiß der beweglichen Teile nimmt zu. Bei mehrmaligem Fahren gegen
Festanschlag (Blockieren) kann es zu einer Beschädigung kommen, wenn im Antrieb keine
Rutschkupplung vorgesehen ist.
4. Was ist Selbsthemmung und was bewirkt diese am Antrieb?
Antwort: Im Katalog finden Sie in der techn. Tabelle die Eintragung:
dS (=dyn. Selbsthemmung)
sS (=statische Selbsthemmung)
So (=ohne Selbsthemmung)
Generell gilt: Ein Antrieb ist dann selbsthemmend , wenn der Betriebswirkungsgrad kleiner
50 % ist.
dS: dieser Antrieb kommt auch bei Last-Unterstützung nach dem Abstellen des Motors zum
Stillstand
sS: dieser Antrieb wird bei Last-Unterstützung nach dem Abstellen des Motors nicht sicher
zum Halten gebracht (evtl. Bremse vorsehen)
So: dieser Antrieb wird bei Last-Unterstützung und nach dem Abstellen des Motors nicht
zum Stillstand gebracht (Bremse zwingend erforderlich bei vertikalen Bewegungen)
Wenn aus sicherheitstechnischen Gründen Selbsthaltung notwendig ist, sollte in jedem Fall
zusätzlich eine Bremse verwendet werden.
5. Was ist Nachlauf bzw. Wiederhol- und Positioniergenauigkeit?
Antwort:
a) Unter Nachlauf versteht man den nach dem elektrischen Abschalten des Antriebes
zurückgelegten Drehbereich bis zum Stillstand. Der Nachlauf wird entscheidend beeinflußt
durch: Abtriebsdrehzahl, Wirkungsgrad, Lastverhalten, Betriebstemperatur, etc. Ein zu
großer Nachlauf läßt sich minimieren durch Verwendung einer Bremse.
b) Unter Wiederholgenauigkeit versteht man die bleibende Genauigkeit einer angesteuerten
Position, welche bei gleichen Lastverhältnissen und nicht veränderter
Endschalterstellung zuverlässig erreicht wird. Es gibt geringe Unterschiede bei kaltem
oder betriebswarmem Zustand des Antriebes. Bei Verwendung einer Bremse erhöht sich die
Genauigkeit.
6. Wann ist eine Bremse erforderlich und wie wirkt diese?
Antwort: Die hauptsächlichen Gründe sind unter Punkt 4 und 5 zu finden.
Es gibt auch Sicherheitsaspekte, die den Einsatz empfehlen z.B.: Stromausfall bei
hängender Last. Wir verwenden gefederte Sicherheitsbremsen, welche unter Strom öffnen
und ohne Strom schließen (bremsen!). Der nachträgliche Einbau von Bremsen ist nur schwer
zu ermöglichen. Deshalb sollte dies im Hause des Herstellers bei Montage des Antriebs
erfolgen.
7. Können Compacta-Antriebe auch unter erschwerten Bedingungen
(wie: feuchte Umgebung, ungeheizte Räume) eingesetzt werden?
Antwort: Ja, die Standard-Schutzart ist IP 54. Darüber hinaus können
besondere Maßnahmen durch den Hersteller getroffen werden. Geben Sie deshalb in Ihrer
Anfrage oder Bestellung möglichst umfassende Angaben, wenn die Betriebsbedingungen vom
Standard abweichen.
8. Können zwei oder mehrere Antriebe synchron gefahren werden?
Antwort: Nein! Motordrehzahlen differieren immer in einer gewissen
Toleranz. Nur mit einer aufwendigen Steuerung und Überwachung läßt sich ein
Motorgleichlauf erzielen.
9. Wie genau sind die im Katalog angegebenen
Abtriebsdrehzahlen?
Antwort: Bei Verwendung von Wechselstrom- und Drehstrommotoren ist die
angegebene Drehzahl mit +/- 5 % relativ genau. Bei Gleichstrommotoren ergeben sich je nach
Belastungszustand größere Unterschiede von bis zu 50 %.
10. Wie hoch sind die Abtriebswellen belastbar?
Antwort:
|
Radiallast |
Axiallast |
Typ MS |
1500 N |
750 N |
Typ MR |
2000 N |
1000 N |
Typ AG |
2000 N |
1000 N |
Typ AG Plus |
5000 N |
1000 N |
11. Was bewirkt eine integrierte Rutschkupplung?
Antwort: Typ MS12 kann mit einer Rutschkupplung geliefert werden die ein
max. Drehmoment von 110 Nm überträgt. Das Rutschmoment kann eingestellt werden. Eine
Rutschkupplung bewirkt folgendes:
1. Bei dem eingestellten Drehmoment bleibt die Antriebswelle stehen, obwohl der Antrieb in
Betrieb ist.
2. Der Antrieb wird dadurch nicht zerstört, auch wenn er blockiert wird.
3. Der Antrieb kann auf festen Anschlag fahren bevor er abgeschaltet wird.
12. Mit welchem Verdrehspiel an der Abtriebswelle muß man
rechnen?
Antwort: Das Verdrehspiel der Abtriebswelle liegt bei ca. 0,4°.
13. Sind Framo Aufsteck-Getriebemotoren wartungsfrei?
Antwort: Bei der Montage wird der Antrieb vom Hersteller in ausreichender
Menge mit synthetischem Schmierstof befüllt. Eine mehrjährige Nutzung ohne
Nachschmierung ist bei Standardanwendungen gewährleistet.
14. Was sind die häufigsten Gründe für vorzeitigen Ausfall?
Antwort:
a) Unsachgemäße Befestigung (verkanten, verspannen)
b) falsches elektr. Anschließen
c) zu hohe Einschaltdauer bzw. zu hohe Drehmomente
d) Antrieb wird blockiert
15. Welche Funktion haben die Betriebs- und
Sicherheitsendschalter?
Antwort: Compacta-Antriebe bieten in den Versionen mit Schaltautomat für
beide Drehrichtungen elektromechanische, von außen einstellbare Endschalter. Die
Grundeinstellung für den bestellten Drehwinkel (oder die Anzahl der Umdrehungen) erfolgt
im Hertstellerwerk. Eine Nachstellung durch den Anwender ist mit Hilfe eines
Schraubendrehers möglich:
a) Drehwinkel-Verkleinerung: jeder beliebige Wert einstellbar
b) Drehwinkel-Vergrößerung: nur begrenzt möglich (sollte vermieden werden)
Wenn wie vom Hersteller vorgeschrieben, der Anwender die Endschalterkabel zusammen mit den
Motorkabeln an die Steuerung anschließt, wird bei Erreichen des eingestellten Drehwinkels
eine automatische Abschaltung erfolgen. Bei defektem Endschalter bzw. unterlassenem oder
fehlerhaften Anschließen, wird der Betriebsendschalter nicht in Funktion treten. Hier
wird der Sicherheitsendschalter das Abstellen des Antriebes veranlassen, da dieser
getrennt an die Steuerung anzuschließen ist.
Nach Betätigung des Sicherheitsendschalters ist eine erneute Einschaltung des Antriebs
nur möglich, wenn mit dem Schraubendreher eine Änderung der Endschalterstellung in
Richtung Drehwinkel-Vergrößerung vorgenommen wird.
Achtung: jetzt umgekehrte Drehrichtung schalten und Ursache für Versagen des
Betriebsendschalters beseitigen.
16. Welche Sicherheitsstandards sind vom Anwender zu
berücksichtigen?
Antwort: Bei Anwendungen, welche unmittelbar die Sicherheit von Personen
tangieren, ist dem Hersteller ein besonderer Hinweis zu machen, damit eine spezielle
Geräteprüfung vorgenommen wird.
Ferner weisen wir in diesem Zusammenhang auf das Gesetz zum Schutz von Personen im
Bereich beweglicher Teile hin, gemäß diesem vom Anwender darauf zu achten ist,
daß mittels Schutzvorrichtungen ein Berühren (Quetschgefahr) während des
Betriebes vermieden wird. Ebenfalls dürfen im Zusammenwirken von Antrieben mit
schwebenden Lasten Personen nicht gefährdet werden. Die bestimmungsgemäße Verwendung
des Antriebes schließt das Bewegen von Lasten, bei möglicher mittel- oder unmittelbarer
Personengefährdung, aus.
Eine Personenbeförderung ist ohne vorherige Rücksprache mit dem Hersteller (oder der
zuständigen Vertretung) nicht zulässig.
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letzte Änderung 09.11.99