Für den Anwendungsbereich der FramoŽ Aufsteck-Getriebemotoren

  1. Was ist zulässige Einschaltdauer (ED)?
  2. Was passiert bei Überschreitung der Einschaltdauer (ED)?
  3. Was passiert bei Überschreitung des zulässigen Drehmoments?
  4. Was ist Selbsthemmung und was bewirkt diese am Antrieb?
  5. Was ist Nachlauf bzw. Wiederhol- und Positioniergenauigkeit?
  6. Wann ist eine Bremse erforderlich und wie wirkt diese?
  7. Können Compacta-Antriebe auch unter erschwerten Bedingungen (wie: feuchte Umgebung, ungeheizte Räume) eingesetzt werden?
  8. Können zwei oder mehrere Antriebe synchron gefahren werden?
  9. Wie genau sind die im Katalog angegebenen Abtriebsdrehzahlen?
  10. Wie hoch sind die Abtriebswellen belastbar?
  11. Was bewirkt eine integrierte Rutschkupplung?
  12. Mit welchem Verdrehspiel an der Abtriebswelle muß man rechnen?
  13. Sind Framo Aufsteck-Getriebemotoren wartungsfrei?
  14. Was sind die häufigsten Gründe für vorzeitigen Ausfall?
  15. Welche Funktion haben die Betriebs- und Sicherheitsendschalter?
  16. Welche Sicherheitsstandards sind vom Anwender zu berücksichtigen?

1. Was ist zulässige Einschaltdauer (ED)?

Antwort:
Da Getriebemotoren mit Endabschaltung überwiegend im Kurzzeitbetrieb Verwendung finden, kann meist auf eine Kühlung verzichtet werden. Deshalb geben wir die zulässige Laufzeit in % für einen Zeitraum von 10 min. an.
Beispiel: Im Katalog finden Sie die Angabe: 40 % ED. Der Antrieb darf also innerhalb einer Zeitperiode von 10 Minuten 4 Minuten mit vollem Drehmoment fahren. Die restliche Zeit ist Stillstand, welche für die Abführung der Wärme benötigt wird. Die ED-Angaben unterliegen Schwankungen und werden beeinflußt durch: Drehmoment, Anzahl der Start’s, Umgebungstemperatur, etc.

2. Was passiert bei Überschreitung der Einschaltdauer (ED)?

Antwort:
Die Elektromotoren (Wechselstrom oder Drehstrom) haben einen in der Motorwicklung integrierten Temperaturfühler (Bimetall). Bei Überschreitung einer Wicklungstemperatur von 125°C erfolgt bei korrekter Verdrahtung eine automatische Abschaltung. Nach einigen Minuten Abkühlungszeit kann der Antrieb erneut gestartet werden. Gleichstrommotoren haben system-bedingt keinen Temperaturschalter.

3. Was passiert bei Überschreitung des zulässigen Drehmoments?

Antwort: Im Prinzip nichts, da alle Compacta-Drehantriebe mit einer Leistungsreserve ausgestattet sind. Allerdings wird sich der Antrieb schneller erwärmen. Auch der Verschleiß der beweglichen Teile nimmt zu. Bei mehrmaligem Fahren gegen Festanschlag (Blockieren) kann es zu einer Beschädigung kommen, wenn im Antrieb keine Rutschkupplung vorgesehen ist.

4. Was ist Selbsthemmung und was bewirkt diese am Antrieb?

Antwort: Im Katalog finden Sie in der techn. Tabelle die Eintragung:

        dS (=dyn. Selbsthemmung)
        sS (=statische Selbsthemmung)
        So (=ohne Selbsthemmung)

Generell gilt: Ein Antrieb ist dann selbsthemmend , wenn der Betriebswirkungsgrad kleiner 50 % ist.

dS: dieser Antrieb kommt auch bei Last-Unterstützung nach dem Abstellen des Motors zum Stillstand
sS: dieser Antrieb wird bei Last-Unterstützung nach dem Abstellen des Motors nicht sicher zum Halten gebracht (evtl. Bremse vorsehen)
So: dieser Antrieb wird bei Last-Unterstützung und nach dem Abstellen des Motors nicht zum Stillstand gebracht (Bremse zwingend erforderlich bei vertikalen Bewegungen)

Wenn aus sicherheitstechnischen Gründen Selbsthaltung notwendig ist, sollte in jedem Fall zusätzlich eine Bremse verwendet werden.

5. Was ist Nachlauf bzw. Wiederhol- und Positioniergenauigkeit?

Antwort:
a) Unter Nachlauf versteht man den nach dem elektrischen Abschalten des Antriebes zurückgelegten Drehbereich bis zum Stillstand. Der Nachlauf wird entscheidend beeinflußt durch: Abtriebsdrehzahl, Wirkungsgrad, Lastverhalten, Betriebstemperatur, etc. Ein zu großer Nachlauf läßt sich minimieren durch Verwendung einer Bremse.

b) Unter Wiederholgenauigkeit versteht man die bleibende Genauigkeit einer angesteuerten Position, welche bei gleichen Lastverhältnissen und nicht veränderter Endschalterstellung zuverlässig erreicht wird. Es gibt geringe Unterschiede bei kaltem oder betriebswarmem Zustand des Antriebes. Bei Verwendung einer Bremse erhöht sich die Genauigkeit.

6. Wann ist eine Bremse erforderlich und wie wirkt diese?

Antwort: Die hauptsächlichen Gründe sind unter Punkt 4 und 5 zu finden. Es gibt auch Sicherheitsaspekte, die den Einsatz empfehlen z.B.: Stromausfall bei hängender Last. Wir verwenden gefederte Sicherheitsbremsen, welche unter Strom öffnen und ohne Strom schließen (bremsen!). Der nachträgliche Einbau von Bremsen ist nur schwer zu ermöglichen. Deshalb sollte dies im Hause des Herstellers bei Montage des Antriebs erfolgen.

7. Können Compacta-Antriebe auch unter erschwerten Bedingungen (wie: feuchte Umgebung, ungeheizte Räume) eingesetzt werden?

Antwort: Ja, die Standard-Schutzart ist IP 54. Darüber hinaus können besondere Maßnahmen durch den Hersteller getroffen werden. Geben Sie deshalb in Ihrer Anfrage oder Bestellung möglichst umfassende Angaben, wenn die Betriebsbedingungen vom Standard abweichen.

8. Können zwei oder mehrere Antriebe synchron gefahren werden?

Antwort: Nein! Motordrehzahlen differieren immer in einer gewissen Toleranz. Nur mit einer aufwendigen Steuerung und Überwachung läßt sich ein Motorgleichlauf erzielen.

9. Wie genau sind die im Katalog angegebenen Abtriebsdrehzahlen?

Antwort: Bei Verwendung von Wechselstrom- und Drehstrommotoren ist die angegebene Drehzahl mit +/- 5 % relativ genau. Bei Gleichstrommotoren ergeben sich je nach Belastungszustand größere Unterschiede von bis zu 50 %.

10. Wie hoch sind die Abtriebswellen belastbar?

Antwort:

 

Radiallast

Axiallast

Typ MS

1500 N

750 N

Typ MR

2000 N

1000 N

Typ AG

2000 N

1000 N

Typ AG Plus

5000 N

1000 N

11. Was bewirkt eine integrierte Rutschkupplung?

Antwort: Typ MS12 kann mit einer Rutschkupplung geliefert werden die ein max. Drehmoment von 110 Nm überträgt. Das Rutschmoment kann eingestellt werden. Eine Rutschkupplung bewirkt folgendes:
1. Bei dem eingestellten Drehmoment bleibt die Antriebswelle stehen, obwohl der Antrieb in Betrieb ist.
2. Der Antrieb wird dadurch nicht zerstört, auch wenn er blockiert wird.
3. Der Antrieb kann auf festen Anschlag fahren bevor er abgeschaltet wird.

12. Mit welchem Verdrehspiel an der Abtriebswelle muß man rechnen?

Antwort: Das Verdrehspiel der Abtriebswelle liegt bei ca. 0,4°.

13. Sind Framo Aufsteck-Getriebemotoren wartungsfrei?

Antwort: Bei der Montage wird der Antrieb vom Hersteller in ausreichender Menge mit synthetischem Schmierstof befüllt. Eine mehrjährige Nutzung ohne Nachschmierung ist bei Standardanwendungen gewährleistet.

14. Was sind die häufigsten Gründe für vorzeitigen Ausfall?

Antwort:
a) Unsachgemäße Befestigung (verkanten, verspannen)
b) falsches elektr. Anschließen
c) zu hohe Einschaltdauer bzw. zu hohe Drehmomente
d) Antrieb wird blockiert

15. Welche Funktion haben die Betriebs- und Sicherheitsendschalter?

Antwort: Compacta-Antriebe bieten in den Versionen mit Schaltautomat für beide Drehrichtungen elektromechanische, von außen einstellbare Endschalter. Die Grundeinstellung für den bestellten Drehwinkel (oder die Anzahl der Umdrehungen) erfolgt im Hertstellerwerk. Eine Nachstellung durch den Anwender ist mit Hilfe eines Schraubendrehers möglich:

a) Drehwinkel-Verkleinerung: jeder beliebige Wert einstellbar
b) Drehwinkel-Vergrößerung: nur begrenzt möglich (sollte vermieden werden)

Wenn wie vom Hersteller vorgeschrieben, der Anwender die Endschalterkabel zusammen mit den Motorkabeln an die Steuerung anschließt, wird bei Erreichen des eingestellten Drehwinkels eine automatische Abschaltung erfolgen. Bei defektem Endschalter bzw. unterlassenem oder fehlerhaften Anschließen, wird der Betriebsendschalter nicht in Funktion treten. Hier wird der Sicherheitsendschalter das Abstellen des Antriebes veranlassen, da dieser getrennt an die Steuerung anzuschließen ist.
Nach Betätigung des Sicherheitsendschalters ist eine erneute Einschaltung des Antriebs nur möglich, wenn mit dem Schraubendreher eine Änderung der Endschalterstellung in Richtung Drehwinkel-Vergrößerung vorgenommen wird.
Achtung: jetzt umgekehrte Drehrichtung schalten und Ursache für Versagen des Betriebsendschalters beseitigen.

16. Welche Sicherheitsstandards sind vom Anwender zu berücksichtigen?

Antwort: Bei Anwendungen, welche unmittelbar die Sicherheit von Personen tangieren, ist dem Hersteller ein besonderer Hinweis zu machen, damit eine spezielle Geräteprüfung vorgenommen wird.
Ferner weisen wir in diesem Zusammenhang auf das “Gesetz zum Schutz von Personen im Bereich beweglicher Teile” hin, gemäß diesem vom Anwender darauf zu achten ist, daß mittels “Schutzvorrichtungen” ein Berühren (Quetschgefahr) während des Betriebes vermieden wird. Ebenfalls dürfen im Zusammenwirken von Antrieben mit schwebenden Lasten Personen nicht gefährdet werden. Die bestimmungsgemäße Verwendung des Antriebes schließt das Bewegen von Lasten, bei möglicher mittel- oder unmittelbarer Personengefährdung, aus.
Eine Personenbeförderung ist ohne vorherige Rücksprache mit dem Hersteller (oder der zuständigen Vertretung) nicht zulässig.

 


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letzte Änderung 09.11.99