Für den Anwendungsbereich der Framo® Hubspindelantriebe

  1. Was ist zulässige Einschaltdauer (ED)?
  2. Was passiert bei Überschreitung der Einschaltdauer (ED)?
  3. Was passiert bei Überschreitung der zulässigen Hubkraft?
  4. Was ist Selbsthemmung und was bewirkt diese am Antrieb?
  5. Was ist Nachlauf bzw. Wiederhol- und Positioniergenauigkeit?
  6. Wann ist eine Bremse erforderlich und wie wirkt diese?
  7. Können Mini-Hubspindelantriebe auch unter erschwerten Bedingungen (wie: feuchte Umgebung, ungeheizte Räume) eingesetzt werden?
  8. Können zwei oder mehrere Antriebe synchron gefahren werden?
  9. Wie genau sind die im Katalog angegebenen Hubgeschwindigkeiten?
  10. Können Mini-Hubspindelantriebe auch seitliche (radiale) Belastungen ertragen?
  11. Wie ist das Verhalten von Hubkraft und Hublänge?
  12. Welche Befestigungsart am Spindelantrieb ist zu wählen?
  13. Mit welchem Axialspiel muß man rechnen?
  14. Sind Framo Hubspindel-Antriebe wartungsfrei?
  15. Was sind die häufigsten Gründe für vorzeitigen Ausfall?
  16. Welche Funktion haben die Betriebs- und Sicherheitsendschalter?
  17. Welche Sicherheitsstandards sind vom Anwender zu berücksichtigen?

1. Was ist zulässige Einschaltdauer (ED)?

Antwort: Da Spindelantriebe überwiegend im Kurzzeitbetrieb Verwendung finden, wird auf eine Zwangskühlung verzichtet. Deshalb geben wir die zulässige Laufzeit in % für einen Zeitraum von 10 min. an.
Beispiel: Im Katalog finden Sie die Angabe: 30 % ED. Der Antrieb darf also innerhalb einer Zeitperiode von 10 Minuten nur 3 Minuten mit voller Last fahren. Die restliche Zeit ist Ausschaltzeit, welche für die Abführung der Wärme benötigt wird. Die ED-Angaben sind nicht genau, sondern werden beeinflußt von: Hubkraft, Anzahl der Start’s, Umgebungstemperatur, etc.

2. Was passiert bei Überschreitung der Einschaltdauer (ED)?

Antwort: Die Elektromotoren (Wechselstrom oder Drehstrom) haben einen in der Motorwicklung integrierten Temperaturfühler (Bimetall). Bei Überschreitung einer Wicklungstemperatur von 125°C schaltet der Temperaturfühler den Motor über die Steuerung ab. Erst nach einigen Minuten Abkühlungszeit kann der Antrieb erneut gestartet werden. Gleichstrommotoren (24 V) haben systembedingt keinen Temperaturschalter.

3. Was passiert bei Überschreitung der zulässigen Hubkraft?

Antwort: Bei geringer Überschreitung im Prinzip nichts, da alle Mini-Antriebe mit einer Leistungsreserve ausgestattet sind. Allerdings wird sich der Antrieb schneller erwärmen. Auch der Verschleiß der beweglichen Teile nimmt zu. Bei mehrmaligem Fahren gegen Festanschlag (Blockieren) kann es zu einer Beschädigung des Antriebes kommen.

4. Was ist Selbsthemmung und was bewirkt diese am Antrieb?

Antwort: Im Katalog finden Sie in der techn. Tabelle die Eintragung:

        dS (=dyn. Selbsthemmung)
        sS (=statische Selbsthemmung)
        So (=ohne Selbsthemmung)

Generell gilt: Ein Antrieb ist dann selbsthemmend , wenn der Betriebswirkungsgrad kleiner 50 % ist.

dS: dieser Antrieb kommt auch bei Last-Unterstützung nach dem Abstellen des Motors zum Stillstand
sS: dieser Antrieb wird bei Last-Unterstützung nach dem Abstellen des Motors nicht sicher zum Stillstand kommen (evtl. Bremse vorsehen)
So: dieser Antrieb wird bei Last-Unterstützung und nach dem Abstellen des Motors nicht zum Stillstand kommen (Bremse zwingend erforderlich bei vertikalen Bewegungen)

Wenn aus sicherheitstechnischen Gründen Selbsthaltung notwendig ist, muß in jedem Fall zusätzlich eine Bremse verwendet werden.

5. Was ist Nachlauf bzw. Wiederhol- und Positioniergenauigkeit?

Antwort:
a) Unter Nachlauf versteht man die nach dem elektrischen Abschalten des Antriebes vom Kolbenrohr zurückgelegte Strecke bis zum Stillstand. Der Nachlauf wird entscheidend beeinflußt durch: Hubgeschwindigkeit, Wirkungsgrad, Lastverhalten (ziehend oder drückend), Einbaulage (vertikal oder horizontal), Betriebstemperatur, etc. Ein zu großer Nachlauf läßt sich minimieren durch Verwendung einer Bremse.

b) Unter Wiederholgenauigkeit versteht man die bleibende Genauigkeit einer angesteuerten Position, welche bei gleichen Lastverhältnissen und nicht veränderter Endschalterstellung zuverlässig erreicht wird. Es gibt geringe Unterschiede bei kaltem oder betriebswarmem Zustand des Antriebes. Bei Verwendung einer Bremse erhöht sich die Genauigkeit.

6. Wann ist eine Bremse erforderlich und wie wirkt diese?

Antwort: Die hauptsächlichen Gründe sind unter Punkt 4 und 5 zu finden. Es gibt auch Sicherheitsaspekte, die den Einsatz einer Bremse nötig machen, z.B.: Stromausfall bei hängender Last. Ab einer Hubgeschwindigkeit von 20mm/sec. ist eine Bremse jedoch grundsätzlich erforderlich! Wir verwenden Bremsen, welche unter Strom öffnen und ohne Strom schließen (bremsen!). Der nachträgliche Einbau von Bremsen ist nur schwer zu ermöglichen. Deshalb sollte dies im Hause des Herstellers bei Montage des Mini erfolgen.

7. Können Mini-Antriebe auch unter erschwerten Bedingungen (wie: feuchte Umgebung, ungeheizte Räume) eingesetzt werden?

Antwort: Ja, die Standard-Schutzart ist IP 54. Darüberhinaus können besondere Maßnahmen durch den Hersteller getroffen werden, die IP 65 ermöglichen. Geben Sie deshalb in Ihrer Anfrage oder Bestellung möglichst umfassende Angaben, wenn die Betriebsbedingungen vom Standard abweichen.

8. Können zwei oder mehrere Antriebe synchron gefahren werden?

Antwort: Nein! Motordrehzahlen differieren immer in einer gewissen Toleranz. Nur mit einer aufwendigen Steuerung und Überwachung läßt sich ein Motorgleichlauf erzielen.

9. Wie genau sind die im Katalog angegebenen Hubgeschwindigkeiten?

Antwort: Bei Verwendung von Wechselstrom- und Drehstrommotoren ist die angegebene Geschwindigkeit mit +/- 5 % relativ genau. Bei Gleichstrommotoren ergeben sich je nach Belastungszustand größere Unterschiede von bis zu 50 %.

10. Können Mini-Spindelantriebe auch seitliche (radiale) Belastungen ertragen?

Antwort: Nein! Die Hubkraft sollte immer auf das Zentrum der Hubachse, bzw. der Befestigung gerichtet sein. Bei kurzen Hublängen ist eine radiale Kraft weniger schädlich, als bei größeren Hublängen.

11. Wie ist das Verhalten von Hubkraft und Hublänge?

Antwort: Je größer die Hublänge ist, je stärker ist die Reduzierung der Hubkraft nach den physikalischen Gesetzen der Sicherheit gegen ”Knickung” (lt. Euler). Es können jedoch immer die max. Hubkräfte gefahren werden, wenn die zu bewegende Last ”gezogen” aber nicht ”gedrückt” wird.

12. Welche Befestigungsart am Spindelantrieb ist zu wählen?

Antwort: Die günstigste Befestigung für Ihren konstruktiven Anbau suchen Sie selbst aus. Mini bietet alle Varianten:

I. an der Kolbenstange:

    a): Standard-Befestigung (fester Anschlußkopf)
    b): Ohne Anschlußkopf
    c): Verstellbarer Anschlußkopf
    d): Anschlußkopf mit Stellring
    e): gefederter Anschlußkopf

II. am Lagerdeckel bzw. am Antrieb:

    a): Standard-Befestigung in Achsrichtung zur Kolbenstange (Befestigung A)
    b): Flanschbefestigung (Befestigung C)
    c): Verstellbarer Flansch mit Pendelzapfen (Befestigung D)
    d): Verstellbarer Flansch (Befestigung E)
    e): Verstellbarer Flansch mit Fußbefestigung (Befestigung F)

13. Mit welchem Axialspiel muß man rechnen?

Antwort: Das Axialspiel beträgt im allgemeinen 0,3 mm. Mit zunehmenden Alter ist allerdings mit erhöhtem Axialspiel zu rechnen.
Wenn besonderen Wert auf enges Axialspiel gelegt wird, sollte kein gefederter Anschlußkopf vorgesehen werden.

14. Sind Framo Hubspindel-Antriebe wartungsfrei?

Antwort: Bei der Montage wird der Antrieb vom Hersteller in ausreichender Menge mit synthetischem Schmierstoff befüllt. Eine mehrjährige Nutzung ohne Nachschmierung ist bei Standardanwendungen gewährleistet. Nur bei hohen Schaltzyklen oder bei vertikalem Einbau (Spindel oben) ist es empfehlenswert, alle 3 bis 6 Monate am Schmiernippel eine geringe Menge Schmierstoff nachzufüllen.

15. Was sind die häufigsten Gründe für vorzeitigen Ausfall?

Antwort:
a) Unsachgemäße Befestigung, welche eine zu hohe Radialbelastung zur Folge hat.
b) falsches elektr. Anschließen
c) Beschädigung (Kratzer) am Kolbenrohr
d) zu hohe Einschaltdauer bzw. zu hohe Hubkräfte
e) Hubspindel fährt gegen festen Widerstand

16. Welche Funktion haben die Betriebs- und Sicherheitsendschalter?

Antwort: Mini-Antriebe bieten in der Standardversion für beide Hubrichtungen elektromechanische Endschalter. Die Grundeinstellung für die bestellte Hublänge erfolgt im Herstellerwerk.
Wenn, wie vom Hersteller vorgeschrieben, der Anwender die Endschalterkabel zusammen mit den Motorkabeln an seine Steuerung anschließt, wird bei Erreichen der eingestellten Hublänge eine automatische Abschaltung erfolgen. Bei defektem Endschalter bzw. fehlerhaftem Anschluß (Phasen vertauscht), wird der Betriebsendschalter nicht in Funktion treten. Hier wird der Sicherheitsendschalter das Abstellen des Antriebes veranlassen (ausgenommen Mini 0).
Nach Betätigung des Sicherheitsendschalters ist eine erneute Einschaltung des Mini nur möglich, wenn daß Kolbenrohr im eingefahrenen Zustand ein paar Umdrehungen herausgedreht, bzw. im ausgefahrenen Zustand um ein paar Umdrehungen hereingedreht wird.
Achtung: jetzt umgekehrte Hubrichtung schalten und Ursache für Versagen des Betriebsendschalters beseitigen.

17. Welche Sicherheitsstandards sind vom Anwender zu berücksichtigen?

Antwort: Bei linearer Bewegung ist vom Anwender ein geeigneter Berührungsschutz vorzusehen. Bei Anwendungen, welche unmittelbar die Sicherheit von Personen tangieren, ist dem Hersteller ein besonderer Hinweis zu machen, damit eine spezielle Geräteprüfung vorgenommen wird.

 


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letzte Änderung 20.04.2005