1. Was ist zulässige Einschaltdauer (ED)?
Antwort: Da Spindelantriebe überwiegend im Kurzzeitbetrieb Verwendung
finden, wird auf eine Zwangskühlung verzichtet. Deshalb geben wir die zulässige Laufzeit in %
für einen Zeitraum von 10 min. an.
Beispiel: Im Katalog finden Sie die Angabe: 30 % ED. Der Antrieb darf
also innerhalb einer Zeitperiode von 10 Minuten nur 3 Minuten mit voller Last fahren. Die
restliche Zeit ist Ausschaltzeit, welche für die Abführung der Wärme benötigt wird.
Die ED-Angaben sind nicht genau, sondern werden beeinflußt von: Hubkraft, Anzahl der
Starts, Umgebungstemperatur, etc.
2. Was passiert bei Überschreitung der Einschaltdauer (ED)?
Antwort: Die Elektromotoren (Wechselstrom oder Drehstrom) haben einen in
der Motorwicklung integrierten Temperaturfühler (Bimetall). Bei Überschreitung einer
Wicklungstemperatur von 125°C schaltet der Temperaturfühler den Motor über die
Steuerung ab. Erst nach einigen Minuten Abkühlungszeit kann der Antrieb erneut gestartet
werden. Gleichstrommotoren (24 V) haben systembedingt keinen Temperaturschalter.
3. Was passiert bei Überschreitung der zulässigen Hubkraft?
Antwort: Bei geringer Überschreitung im Prinzip nichts, da alle Mini-Antriebe mit einer
Leistungsreserve ausgestattet sind. Allerdings wird sich der Antrieb schneller erwärmen.
Auch der Verschleiß der beweglichen Teile nimmt zu. Bei mehrmaligem Fahren gegen
Festanschlag (Blockieren) kann es zu einer Beschädigung des Antriebes kommen.
4. Was ist Selbsthemmung und was bewirkt diese am Antrieb?
Antwort: Im Katalog finden Sie in der techn. Tabelle die Eintragung:
dS (=dyn. Selbsthemmung)
sS (=statische Selbsthemmung)
So (=ohne Selbsthemmung)
Generell gilt: Ein Antrieb ist dann selbsthemmend , wenn der Betriebswirkungsgrad kleiner
50 % ist.
dS: dieser Antrieb kommt auch bei Last-Unterstützung nach dem Abstellen des Motors zum
Stillstand
sS: dieser Antrieb wird bei Last-Unterstützung nach dem Abstellen des Motors nicht sicher
zum Stillstand kommen (evtl. Bremse vorsehen)
So: dieser Antrieb wird bei Last-Unterstützung und nach dem Abstellen des Motors nicht
zum Stillstand kommen (Bremse zwingend erforderlich bei vertikalen Bewegungen)
Wenn aus sicherheitstechnischen Gründen Selbsthaltung notwendig ist, muß in jedem Fall
zusätzlich eine Bremse verwendet werden.
5. Was ist Nachlauf bzw. Wiederhol- und Positioniergenauigkeit?
Antwort:
a) Unter Nachlauf versteht man die nach dem elektrischen Abschalten des Antriebes vom Kolbenrohr
zurückgelegte Strecke bis zum Stillstand. Der Nachlauf wird entscheidend beeinflußt
durch: Hubgeschwindigkeit, Wirkungsgrad, Lastverhalten (ziehend oder drückend),
Einbaulage (vertikal oder horizontal), Betriebstemperatur, etc. Ein zu großer Nachlauf
läßt sich minimieren durch Verwendung einer Bremse.
b) Unter Wiederholgenauigkeit versteht man die bleibende Genauigkeit einer angesteuerten
Position, welche bei gleichen Lastverhältnissen und nicht veränderter
Endschalterstellung zuverlässig erreicht wird. Es gibt geringe Unterschiede bei kaltem
oder betriebswarmem Zustand des Antriebes. Bei Verwendung einer Bremse erhöht sich die
Genauigkeit.
6. Wann ist eine Bremse erforderlich und wie wirkt diese?
Antwort: Die hauptsächlichen Gründe sind unter Punkt 4 und 5 zu finden.
Es gibt auch Sicherheitsaspekte, die den Einsatz einer Bremse nötig machen, z.B.: Stromausfall bei
hängender Last. Ab einer Hubgeschwindigkeit von 20mm/sec. ist eine Bremse jedoch grundsätzlich erforderlich! Wir verwenden Bremsen, welche unter Strom öffnen und ohne Strom schließen (bremsen!). Der nachträgliche Einbau von
Bremsen ist nur schwer zu ermöglichen. Deshalb sollte dies im Hause des Herstellers bei
Montage des Mini erfolgen.
7. Können Mini-Antriebe auch unter erschwerten Bedingungen
(wie: feuchte Umgebung, ungeheizte Räume) eingesetzt werden?
Antwort: Ja, die Standard-Schutzart ist IP 54. Darüberhinaus können
besondere Maßnahmen durch den Hersteller getroffen werden, die IP 65 ermöglichen. Geben Sie deshalb in Ihrer
Anfrage oder Bestellung möglichst umfassende Angaben, wenn die Betriebsbedingungen vom
Standard abweichen.
8. Können zwei oder mehrere Antriebe synchron gefahren werden?
Antwort: Nein! Motordrehzahlen differieren immer in einer gewissen
Toleranz. Nur mit einer aufwendigen Steuerung und Überwachung läßt sich ein
Motorgleichlauf erzielen.
9. Wie genau sind die im Katalog angegebenen
Hubgeschwindigkeiten?
Antwort: Bei Verwendung von Wechselstrom- und Drehstrommotoren ist die
angegebene Geschwindigkeit mit +/- 5 % relativ genau. Bei Gleichstrommotoren ergeben sich
je nach Belastungszustand größere Unterschiede von bis zu 50 %.
10. Können Mini-Spindelantriebe auch seitliche (radiale)
Belastungen ertragen?
Antwort: Nein! Die Hubkraft sollte immer auf das Zentrum der Hubachse,
bzw. der Befestigung gerichtet sein. Bei kurzen Hublängen ist eine radiale Kraft weniger
schädlich, als bei größeren Hublängen.
11. Wie ist das Verhalten von Hubkraft und Hublänge?
Antwort: Je größer die Hublänge ist, je stärker ist die Reduzierung
der Hubkraft nach den physikalischen Gesetzen der Sicherheit gegen Knickung
(lt. Euler). Es können jedoch immer die max. Hubkräfte gefahren werden, wenn die zu
bewegende Last gezogen aber nicht gedrückt wird.
12. Welche Befestigungsart am Spindelantrieb ist zu wählen?
Antwort: Die günstigste Befestigung für Ihren konstruktiven Anbau
suchen Sie selbst aus. Mini bietet alle Varianten:
I. an der Kolbenstange:
a): Standard-Befestigung (fester Anschlußkopf)
b): Ohne Anschlußkopf
c): Verstellbarer Anschlußkopf
d): Anschlußkopf mit Stellring
e): gefederter Anschlußkopf
II. am Lagerdeckel bzw. am Antrieb:
a): Standard-Befestigung in Achsrichtung zur Kolbenstange (Befestigung A)
b): Flanschbefestigung (Befestigung C)
c): Verstellbarer Flansch mit Pendelzapfen (Befestigung D)
d): Verstellbarer Flansch (Befestigung E)
e): Verstellbarer Flansch mit Fußbefestigung (Befestigung F)
13. Mit welchem Axialspiel muß man rechnen?
Antwort: Das Axialspiel beträgt im allgemeinen 0,3 mm. Mit zunehmenden Alter ist allerdings mit erhöhtem Axialspiel zu rechnen.
Wenn besonderen Wert auf enges Axialspiel gelegt wird, sollte kein gefederter Anschlußkopf vorgesehen werden.
14. Sind Framo Hubspindel-Antriebe wartungsfrei?
Antwort: Bei der Montage wird der Antrieb vom Hersteller in ausreichender
Menge mit synthetischem Schmierstoff befüllt. Eine mehrjährige Nutzung ohne
Nachschmierung ist bei Standardanwendungen gewährleistet. Nur bei hohen Schaltzyklen oder
bei vertikalem Einbau (Spindel oben) ist es empfehlenswert, alle 3 bis 6 Monate am
Schmiernippel eine geringe Menge Schmierstoff nachzufüllen.
15. Was sind die häufigsten Gründe für vorzeitigen Ausfall?
Antwort:
a) Unsachgemäße Befestigung, welche eine zu hohe Radialbelastung zur Folge hat.
b) falsches elektr. Anschließen
c) Beschädigung (Kratzer) am Kolbenrohr
d) zu hohe Einschaltdauer bzw. zu hohe Hubkräfte
e) Hubspindel fährt gegen festen Widerstand
16. Welche Funktion haben die Betriebs- und
Sicherheitsendschalter?
Antwort: Mini-Antriebe bieten in der Standardversion für beide Hubrichtungen
elektromechanische Endschalter. Die Grundeinstellung für die bestellte Hublänge erfolgt im Herstellerwerk.
Wenn, wie vom Hersteller vorgeschrieben, der Anwender die Endschalterkabel zusammen mit den
Motorkabeln an seine Steuerung anschließt, wird bei Erreichen der eingestellten Hublänge
eine automatische Abschaltung erfolgen. Bei defektem Endschalter bzw.
fehlerhaftem Anschluß (Phasen vertauscht), wird der Betriebsendschalter nicht in Funktion treten. Hier
wird der Sicherheitsendschalter das Abstellen des Antriebes veranlassen (ausgenommen Mini 0).
Nach Betätigung des Sicherheitsendschalters ist eine erneute Einschaltung des Mini
nur möglich, wenn daß Kolbenrohr im eingefahrenen Zustand ein paar Umdrehungen herausgedreht, bzw. im ausgefahrenen Zustand um ein paar Umdrehungen hereingedreht wird.
Achtung: jetzt umgekehrte Hubrichtung schalten und Ursache für Versagen des
Betriebsendschalters beseitigen.
17. Welche Sicherheitsstandards sind vom Anwender zu
berücksichtigen?
Antwort: Bei linearer Bewegung ist vom Anwender ein geeigneter
Berührungsschutz vorzusehen. Bei Anwendungen, welche unmittelbar die Sicherheit von
Personen tangieren, ist dem Hersteller ein besonderer Hinweis zu machen, damit eine
spezielle Geräteprüfung vorgenommen wird.
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letzte Änderung 20.04.2005